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EL-MO Award 2021

EL-MO Award 2021 Video Preisverleihung

Die hochkarätig besetzte Fachjury prämierte fünf heimische Unternehmen und ihre innovativen Projekte zur nachhaltigen Transformation der österreichischen Wirtschaftsverkehre. Die EL-MO Awards wurden von Bundesministerin Gewessler und WKÖ-Generalsekretär Kopf überreicht.

Am Abend des 27. Jänner 2021 wurde im Rahmen des Fachkongress EL-MOTION (27.-28.1.2021) erstmals der EL-MO Award an fünf österreichische Unternehmen verliehen, die mit besonders innovativen Projekten Pionierarbeit bei der Transformation der Wirtschaftsverkehre in Richtung CO2-Neutralität leisten. Unterstützt wurde der Award im Rahmen von Medienpartnerschaften durch „1TRUCK.TV“ sowie das Fachmagazin „FLOTTE“.


Innovationen mit großem wirtschaftlichem Potenzial

Überreicht wurde der EL-MO Award von Bundesministerin Leonore Gewessler (BMK) sowie WKÖ Generalsekretär Karlheinz Kopf, die beide das große wirtschaftliche Potenzial einer klimafreundlichen Energie- und Verkehrswende betonten.

Leonore Gewessler, BA, Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK): „Der EL-MO Award zeigt eindrucksvoll, was im Bereich klimafreundlicher Mobilität mit österreichischem Know-how und Enthusiasmus alles möglich ist. Gleichzeitig geht es darum Chancen aufzuzeigen und zu nutzen, die durch die Mobilitätswende möglich sind. Denn die Mobilitätswende schafft vielfach Wertschöpfung und Arbeitsplätze – Klimaschutz ist ein absoluter Wirtschafts- und Jobmotor. Allen voran die Siegerprojekte zeigen das diesbezügliche Potential. In diesem Sinne gratuliere ich herzlich allen ausgezeichneten Projekten und Preisträgerinnen und Preisträgern.“


Pionierleistungen bekannt machen

Abg. z. NR. Karlheinz Kopf, Generalsekretär Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ): „Die EL-MOTION genießt in Fachkreisen seit Jahren höchste Anerkennung und ist DAS Event für E-Mobilität. Es freut mich daher, dass auf dem von der WKÖ veranstalteten Kongress nun erstmals auch der EL-MO Award verliehen wird. Gerade im Bereich neuer Technologien ist es wichtig, jene, die Pionierarbeit leisten, vor den Vorhang zu holen. Das macht einerseits den Mut und die Offenheit für Neues sichtbar, andererseits zeigt der Award auch, welches Potenzial in der E-Mobilität steckt und wie die Umstellung ganzer Flotten auf Elektroantrieb in der Praxis funktioniert. Von diesen Erfahrungen können wir lernen. Die E-Mobilität ist ein wichtiger Baustein eines nachhaltigen Verkehrssystems und wird – neben anderen innovativen Technologien wie beispielsweise Wasserstoff, Biokraftstoffen oder eFuels – am Weg zur Erreichung der Klimaziele eine wichtige Rolle spielen.”


Folgende Unternehmen wurden 2021 mit dem EL-MO Award ausgezeichnet:

  • Fronius International GmbH
  • VA Erzberg GmbH
  • DiniTech GmbH
  • ADEG Markt Piber
  • MA 48 / Stadt Wien

 

 

 


Schwarzer: „EL-MO Award soll Innovationskraft sichtbar machen“

Univ. Doz. Dr. Mag. Stephan Schwarzer, Vorsitzender des EL-MOTION Beirats: „Die Energie- und Verkehrswende eröffnet den heimischen Unternehmen ein unglaubliches Potenzial für Innovationen. In welch hoher Qualität und breiter Quantität dies bereits geschieht, davon zeugen die vielen Einsendungen zum EL-MO Award 2021. Besonders deutlich illustrieren dies die fünf Gewinner-Projekte, die nicht nur die hochkarätige Fachjury auf ganzer Linie überzeugen konnten, sondern auch national und international Vorbild für Nachahmer sein sollten.“

Schwarzer ergänzt: „Mit dem EL-MO Award wollen wir die Innovationskraft der heimischen Unternehmen sichtbar machen und die unterschiedlichsten Ansatzpunkte für eine saubere, effiziente und leistbare Mobilität einer breiten Öffentlichkeit bekannt machen. Wir gratulieren den fünf Siegern von 2021 und möchten auf diesem Weg viele weitere Unternehmen zur Teilnahme am EL-MO Award 2022 begeistern!“

 

Detaillierte Projektbeschreibungen und O-Töne der Gewinner finden Sie weiter unten! Beachten Sie bitte außerdem die Nachberichterstattung der EL-MO-Medienpartner FLOTTE.at und 1TRUCK.TV.


Das sind die fünf Siegerprojekte des EL-MO Award 2021

 

Wasserstoff stellt aktuell die einzige Möglichkeit der Langzeitspeicherung von erneuerbaren Energien dar. Mit Solhub hat das oberösterreichische Unternehmen Fronius ein Produkt entwickelt, das mittels Elektrolyseverfahren grünen Wasserstoff als Sekundärenergieträger aus Sonnenenergie erzeugt. Völlig dezentral.

Mit der innovativen Systemlösung, die bereits am Markt angeboten wird, wird der Wasserstoff lokal vor Ort produziert, also dort wo er gebraucht wird. Das heißt, der Transport des Energieträgers zur Betankung von Fahrzeugen, etc. wird ebenso unnötig wie großflächig dimensionierte Lager. Bei Bedarf kann der Wasserstoff rückverstromt werden, wobei die Prozessabwärme für Heizzwecke genutzt werden kann. Solhub ist darüber hinaus skalierbar und lässt sich an die Energieanforderungen des Unternehmens individuell anpassen.

Das überzeugte die Jury: Mit Solhub können Unternehmer völlig dezentral und unabhängig von Lieferanten auf Basis von Solarstrom ihren eigenen Wasserstoff produzieren, damit ihre Mobilität klimaneutral gewährleisten und ihre Energieautarkie stärken bzw. umsetzen.

Thomas Rührlinger, Hydrogen Solution Manager Fronius International GmbH:„Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung! Dieser wichtige Award beflügelt uns einmal mehr, unseren eingeschlagenen Kurs beizubehalten. Nachhaltiges Denken ist bei Fronius tief verwurzelt und wir verfolgen mit unseren Aktivitäten die Vision von 24 Stunden Sonne, eine Energieversorgung basierend auf 100% erneuerbaren Quellen, zu ermöglichen. Unsere Systemlösung Solhub nimmt dabei eine wichtige Rolle für die Sektorenkopplung und Speicherung erneuerbarer Energie mittels grünem Wasserstoff ein. Wir werden den Gewinn des EL-MO Awards nicht nur national, sondern auch international nutzen um mehr öffentliche Aufmerksamkeit auf dieses wichtige Thema zu lenken. Vor allem dezentrale, erneuerbare Energieversorgungslösungen sind für die Energiewende von enormer Bedeutung.“

Die VA Erzberg GmbH betreibt in Eisenerz (STMK) mit dem Erzberg den größten Bergbau Österreichs sowie den größten Hartgesteinstagebau Mitteleuropas. Der Transport des gesamten Materials erfolgt derzeit mittels dieselbetriebener Schwerlast-LKW mit einer Nutzlast von rund 100 Tonnen. Dafür wurden bisher rund 4,5 Millionen Litern Diesel pro Jahr verbraucht. Aufgrund der geologischen Gegebenheiten muss der Abbau in Zukunft tiefer erfolgen, was bedeutet, dass der Dieselverbrauch und somit auch die CO2-, NOx- und Feinstaubemissionen steigen würden.

Deshalb wird derzeit entlang der Hauptförderrampen ein Oberleitungssystems für elektrisch angetriebene Schwerlast-LKW mit einer Gesamtlänge von ca. 3,8 km gebaut sowie 6, für den Oberleitungsbetrieb umgerüstete, diesel-elektrische Schwerlast-LKW angeschafft. Die Inbetriebnahme ist für das 1. Quartal 2021 geplant, wobei die Praxistauglichkeit mittels einer 600 m langen Testanlage im Jahr 2019 geprüft und validiert wurde.

In Zukunft sind damit Einsparungen von rund drei Millionen Liter Diesel pro Jahr zu erwarten. Die jährliche CO2-Verringerung beläuft sich auf rund 4.200 Tonnen jährlich. Dazu wird es weniger Lärmemissionen geben sowie aufgrund der höheren Antriebsleistung der elektrisch angetriebenen Modelle ­­– und damit einer höheren Geschwindigkeit bei Bergauf-Passagen – eine deutlich gesteigerte Effizienz bei der Fördertätigkeit.

Das überzeugte die Jury: 3.000.000 Liter Diesel werden pro Jahr eingespart. Darüber hinaus stellt das österreichische Projekt im energieintensiven Tagebau weltweit eine Pionierleistung dar und könnte aufgrund der schnellen Amortisation der Kosten ­– die 12 Millionen Euro Investitionen sind in 8 Jahren abgeschrieben bzw. eingespart – viele weitere Bergbaugesellschaften zur Nachahmung anleiten.

Mag. Christian Treml, kfm. Geschäftsführer VA Erzberg GmbH: „Wir freuen uns sehr über die Verleihung des EL-MO Awards. Für uns ist es eine große Anerkennung für die langjährige, innovative Projektarbeit, schließlich handelt es sich um ein technologisch weltweit bisher einzigartiges Konzept. Wir sind überzeugt, mit diesem Projekt einen großen technologischen Vorsprung zu erzielen. Das große Interesse der internationalen Bergbauindustrie ist ein klares Indiz dafür. Weiters ist es für uns natürlich besonders wichtig im Sinne der Nachhaltigkeit positive Effekte für unsere Umwelt zu erreichen. Auch das wird uns nach Inbetriebnahme mit diesem Projekt gelingen. Mein Dank geht an das gesamte Projektteam und vor allem auch an unsere externen Projektpartner, mit denen wir gemeinsam diese zukunftsweisende Technologie entwickelt haben.“

Das Produkt NRGkick ermöglicht 1/2/3-phasiges Laden mit bis zu 22 kW an jeder Standardsteckdose. NRGkick ist bereits seit 2015 am Markt und wird derzeit in knapp 40 Ländern – von Island bis Neuseeland – vertrieben.

Die neue Erweiterung NRGkick Connect maximiert die Funktionalität der Ladeeinheit NRFkick. Vor allem aber macht sie das Laden des E-Autos an der eigenen Photovoltaikanlage besonders unkompliziert. Denn: NRGkick Connect selbst ist ein kompakter Würfel, der in eine einfache Schuko-Steckdose gesteckt wird. Ausgestattet mit einer Bluetooth- und einer WLAN-Anbindung, kann NRGkick Connect bequem über das eigene Smartphone konfiguriert werden, lässt sich mit einem Bluetooth-fähigen NRGkick verbinden und kann diesen auch steuern. Dadurch stellt NRGkick Connect eine Schnittstelle zwischen der Ladeeinheit und den Wechselrichtern von Photovoltaik-Anlagen dar und kann die Ladung des Elektrofahrzeuges besonders effizient und kundenindividuell regeln. Das bedeutet, dass der E-Auto-Fahrer unter anderem – alle Funktionen würden den Rahmen der Zusammenfassung sprengen ­– am Smartphone einstellen kann, ob das E-Fahrzeug mit 100-Prozent-Sonnenergie geladen wird oder ausschließlich der überschüssige Strom der PV-Anlage in die Autobatterie fließen soll.

Das überzeugte die Jury: Einmal eingerichtet, bietet der Regelalgorithmus des NRGkick Connect die Möglichkeit, die produzierte Energie der eignen Photovoltaik-Anlage möglichst effizient für die eigene Mobilität zu nutzen. So wird die Brücke zwischen nachhaltiger Energiegewinnung und grüner Mobilität geschlagen und somit auch Einstiegshürden in die Elektromobilität bzw. die Stromerzeugung mittels PV-Anlage verringert.

Gilbert Neubauer, Vertriebsleiter DiniTech GmbH: „Die optimale Nutzung von Energieressourcen im Bereich E-Mobilität ist nicht nur ein Wunsch vieler E-Mobilisten, sondern auch eines der dezidierten Ziele der DiniTech. Mit NRGkick Connect und der Funktion des photovoltaik-geführten Ladens wurde genau das realisiert. NRGkick Connect ist ein Meilenstein am E-Mobilitätsmarkt, der nach wie vor seinesgleichen sucht. Solche Produkte sind notwendig, um Umstiegsbarrieren zu minimieren und für neue Mobilität zu begeistern. Die Auszeichnung mit dem EL-MO Award bekräftigt uns in unserer Arbeit und bestätigt, mit der Entwicklung von innovativen Smart Features den Nerv der Zeit getroffen zu haben. Awards, wie der EL-MO, sind besonders wichtig um diesen innovativen Charakter möglichst hoch zu halten um tagtäglich intelligente Lösungen für neue, nachhaltige Mobilität finden zu können.“

Mit seinen vielen Flachdächern hat der Lebensmitteleinzelhandel ein enormes Potenzial, Sonnenstrom für Kühlung und E-Mobilität selbst zu produzieren. Das war Supermarkt-Inhaber Gernot Piber schon immer klar. Im Zuge eines nötig gewordenen Umbaus seines ADEG-Markts entschied er sich deshalb für einen teureren, aber umso nachhaltigeren Weg.

Auf dem Dach installierte er eine Photovoltaikanlage mit 85 kWp Leistung, die das Geschäft mit Sonnenstrom versorgt. Ein 75-kWp-Speicher dient der Stromspeicherung, vermindert Lastspitzen, gewährleistet die Versorgung in der Nacht und erhöht die Ausbeute an Eigenstrom um 30 Prozent. Dazu stellte er die Firmenwagen allesamt auf Elektromodelle um und installierte dafür und für Kunden sowie Durchreisende einen Ladepark für E-Autos.

Der ADEG Markt Piber hat einen jährlichen Strombedarf von ca. 85.000 kWh pro Jahr allein für die Kühlung. Der Strombedarf des gesamten Markts inklusive E-Mobilität liegt sogar bei 185.000 kWh. Die Leistung der Photovoltaikanlage beträgt 105.000 kWh. Das bedeutet, dass der ADEG Markt Piber nun einen hohen Autarkiegrad von 57 Prozent erreicht. Darüber hinaus wird aufgrund des Energiekonzepts – erneuerbare Energie aus Sonnenstrom, Batteriespeicher, Abwärmenutzung und Elektromobilität ­– eine CO2-Reduktion von 88 Tonnen pro Jahr gewährleistet. Für die nahe Zukunft plant Piber einen Ausbau des Ladeparks auf 20 Ladepunkte, was wiederum die Attraktivität des Standorts in Zeiten der Mobilitätswende erhöhen wird.

Das überzeugte die Jury: Der Lebensmitteleinzelhandel hätte aufgrund seiner baulichen Besonderheiten und seines hohen Strombedarfs ein enormes CO2-Einsparungspotenzial – wenn viele Märkte ihren Strom mittels einer eigenen PV-Anlage produzieren und in einem Batteriespeicher speichern würden. Der ADEG Markt Piber nimmt in diesem Punkt eine Pionierrolle ein, der den großen Playern am Markt aufzeigt, welches Potenzial in diesem Gesamtansatz steckt.

Gernot Piber, Inhaber des ADEG Markts Piber: „Es wird sehr rasch die Zeit kommen in der Kunden vorwiegend in Geschäften einkaufen, die Ihnen die beste und günstigste Lademöglichkeit für Ihr Fahrzeug bieten. Das zur Verfügung-Stellen von mit Ökostrom betriebener Ladeinfrastruktur auf den Parkflächen des hochfrequenten Lebensmitteleinzelhandels ist nämlich eine enorme Chance zur Kundengewinnung und würde gleichzeitig die Akzeptanz der Elektromobilität fördern. Denn: Die Ladeweile kann produktiv und komfortabel genutzt werden – das ist Sektorenkopplung par excellence! Wir würden uns wünschen, dass der EL-MO Award dazu führt, dass Supermarktketten unserem Beispiel folgen und ihre vielen Flachdächer und Parkflächen mit effizienter Öko-Stromproduktion nutzen. Dadurch wäre in Österreich ein riesiger Schritt in Richtung dezentrale Energieversorung und -speicherung sowie CO2-Reduktion gemacht.“

Die Stadt Wien hat in Zusammenarbeit mit den Firmen MAN, M-U-T und Framo Österreichs erstes vollelektrisches Müllsammelfahrzeug entwickelt. Seit Ende Mai 2019 setzt die 48er das Fahrzeug im Echtbetrieb ein. 100 % der benötigten, sauberen Energie kommt aus der Steckdose – sowohl für den Antrieb, die Behälterentleerung und die Müllverdichtung. Es wird auf verschiedenen Strecken, mit verschiedenen Sammelfraktionen und unterschiedlichen Lenkern getestet. Bis dato wurden drei Lenker auf das Fahrzeug eingeschult und keine Nachteile gegenüber konventionell angetriebenen Fahrzeugen festgestellt.

Das 3-achsige Fahrzeug kann an einer 400-Volt-Kraftstromsteckdose aufgeladen werden. Ermöglicht wird dies über ein Onboarding-Ladesystem, wodurch die nötige Umwandlung von Wechselstrom auf Gleichstrom direkt im Fahrzeug stattfindet. Die Flexibilität ist daher maßgeblich erhöht, da dieser Anschluss in jeder Garage der 48er verfügbar ist. Die Reichweite beträgt 100 Kilometer – bisher waren am Ende der Tour nie weniger als 70 Prozent davon verbraucht.

Das überzeugte die Jury: Durch das Projekt könnte ein konkurrenzfähiges E-Müllsammelfahrzeug für den gesamten städtischen und teilweise urbanen Markt, mit Hilfe der Fahrzeughersteller, entwickelt werden. Durch die rein elektrische Betriebsart entstehen lokal keine Emissionen und auch die Lärmbelästigung ist geringer. Müll wird es immer geben, umso besser wenn er in Zukunft nicht auch noch zur CO2-Emission beiträgt.

Dipl.-Ing. Josef Thon, Leiter der MA 48, Stadt Wien:: „Die MA 48 hat hier Pionierarbeit geleistet. Die Erkenntnisse aus dem Projekt sind eine wichtige Grundlage für die Zukunft, in der nicht nur in Wien emissionsfreie kommunale Nutzfahrzeugen benötigt werden.“

EL-MOTION 2021

Nachlese.


Das war die EL-MOTION 2021:

Konsequent ambitioniert – nachhaltig erfolgreich!


Mit knapp 300 Teilnehmern und zahlreichen Ausstellern ist am 27./28. Jänner 2021 die 11. EL-MOTION über die Bühne gegangen – Covid-19-bedingt heuer erstmals als digitaler Fachkongress per Live-Stream und virtueller Begleitausstellung.Der von der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) gemeinsam mit dem Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK), dem Klima- und Energiefonds und dem Österreichischen Städtebund ausgerichtete Fachkongress zum Thema E-Mobilität stand heuer ganz im Zeichen der nachhaltigen Transformation der österreichischen Wirtschaftsverkehre.

Dabei stellte der Kongress neben der E-Mobilität für Flottenbetreiber, KMU und kommunale Betriebe sämtliche Bereiche dieser vielfältigen Themenlandschaft ins Rampenlicht. So spannten die Vorträge den Bogen von aktuellen Förderungen sowie dem „Green Deal“ der EU über batterie- und wasserstoffelektrische Antriebe zu tragfähigen Geschäfts- und Bezahlmodellen bis hin zum Einsatz von Elektromobilität im „Non-Road-Transport“-Sektor und Nutzfahrzeugbereich.


Die EL-MOTION als Trendsetter der Mobilitätswende


Claudia Hübsch, Expertin für nachhaltige Mobilität in der WKÖ: „Die EL-MOTION fand erstmals 2010 statt – lange vor dem bevorstehenden Durchbruch der Elektromobilität und dem aktuellen Boom der E-Fahrzeuge bei den Neuzulassungen. Fakt ist: Dieser Fachkongress hat mit seinem Themensetting über die vergangenen Jahre einen Grundstein für diesen Erfolg gelegt – auch weil Trends antizipiert wurden, anstatt ihnen hinterherzulaufen. Das gilt auch für die Arbeit der WKÖ: Wir wollen als Interessensvertretung den Unternehmern nachhaltiges und nachhaltig-erfolgreiches Wirtschaften ermöglichen – und dafür Wege aufzeigen und Hindernisse beseitigen. In diesem Punkt wirken die WKÖ und die EL-MOTION Hand in Hand.


Innovative Unternehmen mit EL-MO Award ausgezeichnet.


Erstmals wurden besonders innovative Unternehmen im Rahmen der EL-MOTION 2021 mit dem „EL-MO Award” (powered by FLOTTE und 1TRUCK.TV) prämiert. Hübsch: „Die Gewinnerprojekte haben national und international Vorbildcharakter bei der CO2-Reduktion, der Verbreitung der E-Mobilität, der dezentralen Energieversorgung sowie der effizienten Nutzung des Stroms aus der eigenen PV-Anlage. Diesen Innovationsgeist wollen wir fördern und damit auch andere Unternehmen motivieren.“ Überreicht wurden den Gewinnern die Urkunden und Awards von Bundesministerin Leonore Gewessler und WKÖ-Generalsekretär Karlheinz Kopf in einem Covid-19-gerechten Kamerastudio. ( www.elmotion.at/elmo-award)

Krisenjahr 2020: Positive Entwicklungen bei der E-Mobilität


Die Vertreter der Trägerorganisationen reflektierten und diskutierten im Eröffnungspanel unter anderem das aktuelle Regierungsprogramm und seine ambitionierten Ziele, das Potenzial der Mobilitätswende als Job- und Wirtschaftsmotor, den Durchbruch bei den E-Auto-Zulassungszahlen sowie aktuelle Herausforderungen für Städte als Betreiber des Öffentlichen Personennahverkehrs, die durch das geänderte Fahrgastaufkommen in der Corona-Krise vor finanzielle Herausforderungen gestellt werden.

Ambitionierte Ziele erfordern konsequentes Handeln.

Hans-Jürgen Salmhofer, Leiter der Abteilung Mobilitätswende und Digitalisierung im Bundesministerium für Klimaschutz (BMK) betonte, dass sich die Österreichische Bundesregierung mit dem Erreichen der Klimaneutralität bereits im Jahr 2040 ein sehr ambitioniertes Ziel gesetzt hat. Im Bereich der Antriebstechnologien wird dazu natürlich auf emissionsfreie Antriebe, allen voran Elektromobilität mit erneuerbaren Energien gesetzt: „Die Entwicklung der Neuzulassungen bei den E-Fahrzeugen im krisengeschüttelten Jahr 2020 war positiv – trotzdem ist zu beobachten, dass Österreich im internationalen Vergleich zurückgefallen ist und wir weiterhin konsequent das Thema Elektromobilität als
Beitrag zur Mobilitätswende forcieren müssen.“, so Salmhofer.

Mobilitätswende: Großes Potenzial für Arbeitsmarkt und Wirtschaft.



Dazu erarbeitet das BMK derzeit den Mobilitätsmasterplan 2030 für Österreich, der den neuen Klimaschutz-Rahmen für den Verkehrssektor vorgeben wird. „Gemeinsam mit der österreichischen Wirtschaft wollen wir die Elektromobilität zu einem win-win-Kapitel, sowohl als Beitrag zur Erreichung der Klimaziele als auch zur Stärkung der österreichischen Betriebe machen.“, erklärte Salmhofer. Die neulich vorgestellte Studie E-MAPP 2 bestätigt, dass die E-Mobilität ein absoluter Job- und Wirtschaftsmotor für Österreich ist: „Bis 2030 könnten allein in der Automobilbranche über 7000 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen und ein Zuwachs von 20% bei der Wertschöpfung erreicht werden. Dazu kommen weitere positive wirtschaftliche Effekte durch die Produktion, Errichtung und den Betrieb von E-Ladestationen.“

Covid-19 bringt Städte und Gemeinden unter Druck



Thomas Weninger, Generalsekretär des Österreichischen Städtebundes, stellte fest: „Tatsache ist, dass es durch die Lockdowns vorübergehend zu einer Reduktion der Verkehrsmengen und damit zu einer Verbesserung der Luftqualität gekommen ist. Die Menschen sind aber auch vermehrt mit dem PKW unterwegs. Somit sind 2020 die Fahrgelderlöse der öffentlichen Verkehrsmittel um durchschnittlich 60% eingebrochen. Hinzugekommen ist der Umstand, dass die städtischen Verkehrsunternehmen Kurzarbeit im Vergleich zu Privaten nicht beanspruchen durften.“

Einzelne Städte müssten aufgrund der angespannten finanziellen Situation bereits den Sparstift bei Investitionsprojekten in die Öffi-Infrastruktur ansetzen. „Um hier aktiv gegensteuern zu können, muss gewährleistet sein, dass die Städte über die EU-Recovery and resilience facility (‚Aufbau und Resilienzfazilität‘, RRF) Mittel abrufen können!“ so Weninger weiter. „Die Europäische Kommission will, dass 37% der Mittel in ‚grüne‘-Maßnahmen im Bereich der urbanen Mobilität investiert werden: Es geht also um 930 Mio. € für nachhaltige Mobilität in Österreichs Städten!“ so Generalsekretär Weninger. Auch die EU-Richtlinie zur Beschaffung sauberer Straßenfahrzeuge (Clean Vehicles Directive) wird Städte ab Mitte 2021 mit zusätzlichen Investitionsbedarfen konfrontieren. „Zur Umsetzung der Richtlinie zur Beschaffung sauberer Straßenfahrzeuge benötigen wir jedenfalls eine Kompensation durch eine entsprechende Bundesförderung“, so Weninger. „Das 123-Klimaticket wird einen wichtigen Beitrag dazu leisten, den öffentlichen Verkehr attraktiver zu machen. Der Städtebund fordert beim 123-Ticket neben einer Abgeltung der Mindererlöse auch einen Ausgleich des Bundes für Folgekosten, wie Öffi-Infrastrukturen und Kapazitätsausweitungen, die die Städte bei stark steigender Nachfrage alleine nicht mehr finanzieren werden können“, so Weninger abschließend.



E-Mobilität ist allen Anforderungen einer modernen Gesellschaft gewachsen



Finanzielle Unterstützung in Form von Förderungen sind ein wirksames Instrument, um den Markt zu beleben und nachhaltige Verhaltensänderungen beim Mobilitätsverhalten zu etablieren. Der Klima- und Energiefonds ist seit seiner Gründung 2007 ein relevanter „Enabler“ der Mobilitätswende in Österreich. Das Erfolgsrezept lautet: Von der Forschung in den Markt. So unterstützt er mit seinen Förderungen zum einen die Innovationskraft der heimischen Automotive-Branche, zum anderen aber auch, dass E-Mobilität ganz selbstverständlich im Alltag integriert wird. „Unser Ziel ist es, mit unserem Programm ,E-Mobilität in der Praxis‘ Hürden abzubauen. Wir wollen zeigen, dass E-Mobilität keine Zukunftsmusik mehr ist, sondern allen Anforderungen einer modernen, mobilen und nachhaltigen Gesellschaft und Wirtschaft gewachsen ist“, erklärte Klima- und Energiefonds Geschäftsführer Ingmar Höbarth.

Gleich zwei Projekte, die der Klimafonds fördert, traten im Rahmen der EL-MOTION den Beweis an: die Projekte „e-Kommunal Genial!“ und „KlimaEntLaster“. Höbarth: „Beide Projekte zeigen: die Zukunft der Mobilität ist vielfältig. Nutzfahrzeuge treten in Weiz-Gleisdorf den Beweis an, dass Kommunen auf E-Mobilität setzen können. Und Transportfahrräder werden das Stadtbild in den nächsten Monaten prägen. So werden Erfahrungen gesammelt und vor allem Begeisterung für klimafitte Mobilität geschürt!“



Hübsch (WKÖ): „Brauchen mehr Mut in der Wasserstoffpolitik“



Abschließend strich Hübsch (WKÖ) nochmals die erreichten Erfolge hervor. Dabei betonte sie unter anderem die Abschaffung der PV-Eigenstromsteuer ab 2020 sowie die Gleichstellung des Gewerbes mit der Landwirtschaft bei der Förderung von PV-Anlagen, die heuer umgesetzt wurde sowie das „right to plug“ in Mehrparteienhäusern und Gemeinschaftsgaragen, das heuer festgeschrieben werden soll. „All dies wurde in den vergangenen Jahren auf der EL-MOTION diskutiert und ist jetzt Realität bzw. befindet sich gerade in Ausarbeitung“. Allerdings gäbe es nach wie vor offene Themen: „Mir fehlt derzeit etwas der Mut bzw. der große Wurf in der Wasserstoffpolitik. Viele Unternehmen bauen auf die Verfügbarkeit von erneuerbarem Wasserstoff, doch die H2-Strategie tritt aktuell auf der Stelle. Dabei brauchen wir in Zukunft gerade im Güterverkehrsbereich neben der E-Mobilität für die regionale Verteilung eine Alternative in Form des Brennstoffzellenantriebs.“, so Hübsch.



Erstmals wurde 2021 der EL-MO Award verliehen!



Begleitet wurde der Fachkongress von einer umfangreichen erstmals auch digitalen Begleitausstellung mit Messeständen und Exponaten zu elektrischen Nutz- und Flottenfahrzeuge von HyundaiKIAFiat,… sowie Dienstleistungen und Produkten von ZiehlAbeggABBSiblikBenderÖsterr. StädtebundEVABda emobilSchrack TechnikBMKklima aktiv mobilKlimafondsBIEM.atAlphabetSiemensHeavy PedalsBEM e.VHellermann Tyton ….

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